Mit einem Infostand an der Jordanbrücke hat das Bündnis Soziales Bad Lippspringe (BSB) am Sonnabend, den 19. September, ein klares Zeichen gegen das geplante Großprojekt gesetzt, indem es mit dem Slogan „City-Outlet? Nein danke!“ auftrat.
Bereits zur Kommunalwahl 2025 begleitete das Bündnis Soziales Bad Lippspringe die Planungen zu diesem Großprojekt kritisch und warnte vor einem blinden Ja zu diesem. Nach nunmehr einem Jahr kommt das Bündnis zum Schluss, dass dieses Projekt zum Scheitern verurteilt ist.
Auf Anfrage nach den finanziellen Konsequenzen des City-Outlets für den städtischen Haushalt hat das BSB keine Antwort erhalten. „Wollen Bürgermeister und Verwaltung keine Antwort geben, weil das Ergebnis nicht passt, oder können sie es nicht? Beides wäre verheerend. Jede Familie, die ein Haus bauen möchte, jedes Unternehmen, das eine große Investition tätigen möchte, stellt VOR der Entscheidung eine Finanzplanung des Projektes auf. Nicht aber Bad Lippspringe.“, so Martin Krewet, BSB-Vorsitzender und sachkundiger Bürger im Bauausschuss. Krewet weiter: „Für den Bürgermeister und die CDU heißt es, egal was es koste, wir wollen ein City-Outlet. Hundertausende von Euros wurden bereits für Planungen ausgegeben, Millionenbeträge werden für den Bau von Parkhäusern oder die Subventionierung von Shuttle-Bussen genannt und es sollen Verträge zur Bewirtschaftung der Parkplätze abgeschlossen werden, bei denen die Betreiber langfristig abgesichert werden, egal wie hoch der Andrang sein wird. Wieder einmal soll der Steuerzahler die hohen finanziellen Risiken des Projektes tragen statt die privaten Investoren.“
Auch das oft genannte Argument höherer Gewerbesteuern hält das BSB für eine Milchmädchenrechnung. Einer Million Euro mehr Gewerbesteuer stehen 900.000 Euro weniger Landeszuweisungen gegenüber. Somit ist nicht mit relevanten Mehrerträgen zu rechnen.
Unterstützung kommt von Ratsherrn Mehmet Ali Yesil: „Natürlich gibt es Argumente für und gegen ein City-Outlet, aber die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns ist in Zeiten von Onlineshopping und einer allgemein angespannten Wirtschaftslage zu hoch, als dass wir guten Gewissens einer solch hohen risikoreichen Investition öffentlicher Gelder zustimmen könnten. Auch wenden wir uns gegen die ungenügende Informationspolitik von Verwaltung und Projektgesellschaft und sehen obendrein kein tragfähiges Verkehrskonzept.“
Um über dieses und andere Themen zu sprechen, steht das BSB mit einem Infostand am 24. Oktober sowie am 21. November 2026 in der Fußgängerzone an der Jordanbrücke.
