Der Rat der Stadt Bad Lippspringe steht vor der Entscheidung, wo der neue Zentralparkplatz des City-Outlets entstehen soll.
Dabei werden entweder im Sandweg große Flächen für einen Parkplatz versiegelt oder ein Parkhaus gebaut, wofür mit Erweiterung des Sandwegs je nach Variante drei bis zwölf Millionen Euro Kosten entstehen. Als Alternative dazu wird der Shuttle-Parkplatz im Vorderflöß diskutiert. Allerdings ist geplant, den dann notwendigen Shuttlebus zu subventionieren, sodass dem Steuerzahler jährlich Kosten von 1,3 Millionen Euro entstehen würden.
„Die Stadt ist allerdings gar nicht dazu verpflichtet, einen Shuttlebus zu organisieren. Diese Pflicht gäbe es nur, wenn im Vorderflöß eine öffentlich geförderte ‚Mobilstation‘ gebaut würde.“, so Mehmet Ali Yesil, Mitglied des Stadtrates. Yesil weiter: „Verzichtet man auf die 400.000 Euro Förderung und baut die Bushaltestelle selbst, gibt es keine Verpflichtungen mehr. Man muss nicht gut rechnen können, um das als die günstigere Alternative zu erkennen.“
Der verkehrspolitische Sprecher des BSB, Achim Schumacher, fragt sich ohnehin, warum nicht die Unternehmen, die am City-Outlet verdienen, die Ticketkosten für den Shuttlebus übernehmen. Schumacher: „Bei einer angespannten Haushaltslage, wie sie aktuell in Bad Lippspringe herrscht, sollten vorsichtige Entscheidungen getroffen und nicht mit beiden Händen das Geld aus dem Fenster geworfen werden, nur um ein für Investoren attraktives City-Outlet zu erzwingen.“
Für die Bürger der Stadt wird die neue, angespannte Parkplatzsituation und das erhöhte Verkehrsaufkommen schon schlimm genug sein, vom Qualitätsverlust als Kurstadt unter den Umständen ganz zu schweigen. Wenn die Haushaltslage so weiter verschlechtert wird, leiden darunter am Ende vor Allem die hiesigen Einwohner, wenn für notwendige Dinge dann keine Mittel mehr vorhanden sind. Wir müssen den Autoverkehr aus der Stadt raushalten, also brauchen wir attraktive Parkplätze im Außenbereich. Aber nicht ohne Beteiligung der Unternehmen, die am Ende vom City-Outlet profitieren. Das darf nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden.
